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Biathlon OL WM 2016 - Sprint

 

 

3. Juli 2016 – Sprint

 

Tag Eins mit Titelgewinn!

 

 

In der noch jungen OriBerlinteamentierungssportart „Biathlon-Orientierungslauf“ („Bi-OL“) konnte mit dem Titelgewinn der Junioren durch Sebastian Fleiß (Berliner TSC) in einer der vier Leistungskategorien der Junioren und Elite erstmals ein WM-Titel nach Deutschland gehen.

Im tschechischen Jachymov in den Kammlagen des Erzgebirges unweit der Grenze zu Deutschland und zum bekannten Wintersportzentrum Oberwiesenthal fanden die diesjährigen Welttitelkämpfe der Biathlon-Orientierungsläufer statt. Neben den 13 deutschen Vertretern waren Schweden, FinnWeltmeisterland, Dänemark, Tschechien, die Russische Föderation, und erstmals die Niederlande am Start. Bei diesen nun 9. Weltmeisterschaften erlief sich Sebastian Fleiß mit einem starken Lauf über die 3,6 km und mit 17 Posten bestückte OL-Bahn in der Gesamtzeit von 31:53 min seinen ersten WM-Titel! Und das, obwohl ihm acht Strafrunden á ca. 140 m für die entsprechenden Fehlschüsse in den zeitlich eingebundenen jeweils fünf Schussserien liegend und stehend lt. Reglement „auferlegt“ wurden. Damit krönte er seine bisherige Biathlon-OL-Geschichte, die 2014 mit dem Vizeweltmeistertitel im Sprint in Storkow über die Wiederholung 2015 bei der WM in Finnland sowie dem ersten Sieg seiner noch jungen Kariere beim Weltcupfinale 2015 in Dänemark führte. Sein Hauptkonkurrent, der SchwedeBernd beim Schiessen Johan Hangströmer, war zwar fast eine Minute schneller, hatte aber den Endposten zum Ende der Strafrunden nicht gestempelt, obwohl dieser auf der OL-Karte eindeutig eingezeichnet war. Auch der eigentlich drittplatzierte Däne Christian Müller „stolperte“, mit Johan mitlaufend, über diesen Posten, so dass in der Gesamtwertung der Junioren der Clubkamerad von Sebastian Fleiß, Paul Scholtz, sich auf einen ausgezeichneten fünften Rang in 40:43 min platzieren konnte.

 

Beide, Sebastian Fleiß wie Paul Scholtz, setzten ihre im schwedischen Nachwuchstrainingslager in Uppsala (Mitte Juni auf Einladung des schwedischen Bi-OL-Verbandes) gewonnenen Kenntnisse so gut um, dass ihnen die beiden schwedischen Trainer Hans Mandahl und Per Aden spontan im Beisein der gesamten schwedischen Auswahl gratulierten und schon für das nächste Jahr einluden. Nebenbei: Das Trainingslager, zu dem neben Sebastian Fleiß und Paul Scholtz auch noch die an diesen WM nicht startenden Karsten Blume (H 21 Elite, durch Arbeitsbeginn nach erfolgreichem Studienende natürlich noch keine Urlaubsmöglichkeit – wir sind eben alle zu 100% Amateure!) und Henrik Rudert (H 14, SV IHW Alex 78, aber mit 13 noch zu jung für die WM in H 20) noch zeitweilig Bernd Wollenberg (H 65, ebenfalls arbeitsbedingt zu wenig Urlaubstage) anwesend. Die Kosten „vor Ort“ übernahm dankenswerter Weise der schwedische Biathlon-OL-Verband und WWOP-Germany sponserte Anteile an Flug und Transfers.

 

Zurück zu den Weltmeisterschaften: Seit etlichen Jahren aktiv ist die Familie Monika und Frank Braatz. Sie und zu den beiden Junioren weitere neun deutsche Teilnehmer aus diversen Seniorenkategorien starteten bei diesen 9.Weltmeisterschaften.  Und es gab – natürlich möchte man fast schreiben - weiter Erfolge für unsere Vertreter, von denen 11 auch  fünf Vereine der Region Berlin-Brandenburg präsentierten. Und eigentlich müsste es sogar von 14 deutschen Startern heißen, wäre nicht der frühere Braunschweiger Olaf Binsch für seine neue Heimat Niederlande gestartet.

Auf einen Silberrang platzierte sich in der AK 55 mit Monika Braatz (Treptower SV / Schützenverein Storkow) die wohl erfahrenste deutsche Dame, denn bereits seit 2008 nimmt sie regelmäßig und mit etlichen errungenen Medaillen an Weltmeisterschaften und Weltcups teil. Bronzemedaillen erliefen sich in der AK 35 Claudia Becker (Berliner Turnerschaft), AK 45 Kirsten Käding (Kaulsdorfer OLV), bei den Herren der AK 35 Tobias Schwartz (Berliner TSC) und in der AK 45 Dimitri Popov (SV Schorfheide).VizeweltmeisterBronze 1

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Spezieller Dank aller Medaillengewinner und Platzierten unseren Schießtrainern Dr. Frank Braatz und Dimitri Popov – denn vor jedem Start wird bei dem sog. „Anschießen“ immer wieder das Trefferbild analysiert und versucht, letzte Korrekturen vorzunehmen. Denn „Biathlon-OL“ verlangt eben drei gleichberechtigte Faktoren: Laufen – Orientieren – Schießen. Und da kann eben nur vorn mitlaufen, wer alles gleichgut beherrscht!

 

 

Text: Bernd Wollenberg

Fotos: Hans Mandahl, Jürgen Schwanitz, Bernd Wollenberg